Hallo, mein Name ist Fabian. Man nennt mich aber seit kurzem auch Lemieux. Die Ähnlichkeit zum grossen HCD- Flügelstürmer ist verblüffend, wurde mir gesagt. Einzig an der passenden Rückennummer wird noch gearbeitet.
Seit sechs Jahren bin ich stolzes Vereinsmitglied, gelegentlich auch im Training anzutreffen, wenn die Sterne richtig stehen.
Das diesjährige legendäre Turnier „Alli gege de Vorstand“ liess ich mir aber nicht nehmen. Aufgrund der rekordverdächtigen Teilnehmerzahl konnten erstmals gleich vier Mitglieder-Teams gestellt werden, ein klares Zeichen dafür, dass die Motivation riesig war, dem Vorstand zu zeigen, wer in diesem Verein wirklich das Sagen hat.

Und ja, auch dieses Jahr war für mich (Lemieux) schnell klar: Nicht nur auf dem Feld wird hier taktiert. Der Spielplan? Ein eigenes Kapitel. Während ich mich eigentlich auf meine nächste Glanzleistung konzentrieren wollte, wurde um mich herum heftig diskutiert. Strategien wurden analysiert, wilde Theorien in den Raum geworfen und ich bin mir ziemlich sicher, ich habe sogar jemanden mit Taschenrechner gesehen, um die Pre- Playoffs abzuwenden.
Ich selbst habe das Ganze mit der nötigen Ruhe betrachtet. Ein Spieler meines Kalibers passt sich schliesslich jedem Spielplan an, auch wenn er ihn nicht ganz versteht. Am Ende wusste wie immer niemand so genau, wie das alles zustande kam. Aber genau das gehört halt dazu.
Sportlich ging es dann aber richtig zur Sache. Besonders im Halbfinale zeigte ich eine Leistung, die meinem grossen Namen alle Ehre machte. Tore aus allen Lagen, elegante Bewegungen, ein Hauch von Magie auf dem Feld. Einzig meine Lunge hatte irgendwann eine andere Meinung und meldete sich mit Nachdruck. Aber grosse Künstler leiden bekanntlich für ihre Kunst.
Trotzdem reichte es: Mein Team zog in den Final ein. Dort wartete wenig überraschend der Vorstand. Und das Endspiel hatte es einmal mehr in sich. Zweimal gehen wir durch Lungenbrot-Killi in Führung, zweimal kamen sie wieder heran. Während unsere Tore frenetisch gefeiert wurden und die Halle zum Beben brachten, wurden die Treffer des Vorstands eher von einer gewissen… zurückhaltenden Geräuschkulisse begleitet. So still, dass man ohne Probleme sogar das leise Echo der Halle oder ein vereinzeltes Schuhquietschen wahrnehmen konnte.
Am Ende musste das Penaltyschiessen entscheiden. Nerven aus Stahl waren gefragt und der Vorstand bewies einmal mehr, dass er genau davon reichlich besitzt. Sie sicherten sich so den Sieg, bereits zum vierten Mal insgesamt und zum zweiten Mal in Folge.
Fazit: Ein weiteres legendäres Turnier mit allem, was dazugehört – Emotionen, Diskussionen und einem Lemieux in Bestform (zumindest phasenweise). Nächstes Jahr greifen wir wieder an. Vielleicht sogar mit Kondition.
Eure Nummer 98, Fabian Lemieux



